Rosi – unsere wiehernde Rentnerin

12373244_648781051891384_7773825004993317040_nBei uns wird nicht nur gemaunzt und gebellt, sondern auch gewiehert! Die wunderschöne Hessische-Warmblutdame Rosi ist eines der beiden Pferde, die bei uns ihr Zuhause auf Lebenszeit gefunden haben.

Wenn es nach den Plänen der Menschen gegangen wäre, hätte Rosi ihren Dienst als Zuchtstute verrichten sollen – aber sie wurde zu selten trächtig und hatte zudem noch Asthma und Arthrose mit im Gepäck und war deshalb auch nur bedingt reitbar. So lebte sie über 10 Jahre bei einem älteren Bauern als Leitstute mit jüngeren Zuchtstuten zusammen und hatte dort kaum Menschenkontakt.

Als der Bauer krank wurde und seine Tiere abgeben musste, meldete sich für Rosi nur ein Viehhändler als Interessent – und welches Schicksal ihr da bevorgestanden hätte, kann sich wohl jeder ausmalen. Als Kathrin davon hörte, drücke sie dem Bauern damals kurzentschlossen zwei Hunderter in die Hand, ohne Rosi jemals vorher gesehen zu haben. Denn getreu dem Motto der Bremer Stadtmusikanten – „Etwas Besseres als den Tod findest du allemal“ – sollte Rosi wenigstens noch eine Chance auf ein gutes Leben bekommen.

Zusammen mit Christoph machte sie sich dann auf den Weg, um ihre neue Freundin kennenzulernen – und der erste Anblick der Stute war leider ziemlich gruselig: Mit Blähbauch und Husten stand sie auf steifen Beinen inmitten von schimmeligem Heu in ihrer feuchten Box. Aber Christoph bewies sofort, dass man nur mit dem Herzen gut sieht und verliebte sich auf den ersten Blick in Stute Rosi – und sie in ihn.

Von der ersten Sekunde an bestand zwischen den Beiden ein ganz besonderes Band – Christoph, der „eigentlich“ überhaupt gar keine Ahnung von Pferden hatte, päppelte die kränkliche Stute, die „eigentlich“ überhaupt keine Ahnung von Menschen hatte, liebevoll mit ganz viel feinem Heu, Kräutern gegen das Asthma, Lammfellmanschetten für die steifen Gelenke, ganz viel Spazierengehen und Bodenarbeit zum Muskelaufbau wieder auf – und wurde dafür von Rosi mit bedingsloser Liebe belohnt.

Die beiden waren schnell ein Kopf und ein Pferdepopo – Rosi ist ihm ohne Halfter überall hin hinterhergedackelt und hat dann leise geschnaubt, wenn sie der Meinung war, etwas besonders richtig gemacht zu haben. Im Roundpen hat das ungleiche Paar zusammen gespielt, Christoph durfte Rosi im Schritt reiten und sie hat sogar einmal die Trainerin attackiert, weil diese mit „ihrem“ Christoph geschimpft hat. Alles stand auf Happy-End – aber wie die meisten wissen, ist es für unseren Verein ja leider ganz anders gekommen, als Christoph so plötzlich und viel zu früh gestorben ist.

Als vor 2 Jahren das Unglück über uns hereinbrach, schien Rosi direkt zu spüren, dass Christoph tot war. Anfänglich hat sie noch jedes Mal, wenn Kathrin mit Christophs Auto am Stall vorgefahren ist, verzweifelt gewiehert und nach ihrem Freund gesucht. Später dann wurde sie immer apathischer, hat nicht mehr gefressen und schien jeden Funken Lebensfreude verloren zu haben. Sie wurde immer dünner und in sich gekehrt und hat kaum eine Reaktion auf ihre beiden Pferdekumpels Luke und Baron gezeigt.

Aber in allerdunkelsten Stunden kommt jeder an den Punkt, an dem man sich entscheiden muss, ob man leben oder sterben will – und die tapfere Rosi hat das Leben gewählt.

Sie liess sich von Kathrin mit selbstgekochtem Mash und feinem Bio-Kräutermüsli wieder aufpäppeln und bekam wieder Appetit auf Leckerchen. Seit September geht es der Stute nun wieder richtig gut – sie hat wieder mehr Muskeln, bewegt sich besser, spielt mit Luke und Baron und gibt sogar Baron eins hinter die Ohren, wenn er die Sache mit dem Blödsinn-Machen allzu sehr übertreibt. Kurz: Rosi is back! Die tapfere schöne Pferdedame hat wieder Spaß am Leben!

Und Rosi (und auch wir) würden uns sehr über einen lieben Paten freuen, der uns bei den laufenden Kosten für Rosis Unterhalt ein wenig unter die Arme (und ihr unter die Hufe) grefen möchte.

Im Sommer leben Rosi und Baron immer auf der Weide, im Winter tagsüber auf der Winterweide und nachts in ihren großen Boxen. Beide schlafen am liebsten im Liegen auf einem dicken, kuscheligen Bett aus Stroh.

Rosis Spezialfutter ist ziemlich teuer und frisst regelmässig große Löcher in unsere Sparstrümpfe. Sie bekommt ein spezielles Kräutermüsli, Thymian und Hagebutten wegen des Asthmas, prebiotisches Kraftfutter für ihre Verdauung, damit sie weiter zunimmt, Mineralien und Kräuter für ihre Gelenke wg der Arthrose.

Zusätzlich hat „Madame“ einen regen Verbrauch an Pferdedecken. Weil sie wegen ihres Alters kein dichtes Unterfellmehr hat im Winter, wird sie eingedeckt und seit es wieder besser geht, werden die Decken gerne schon mal beim Toben mit Kumpel Baron demoliert oder sie wälzt sich mit Vorliebe wenig damenhaft im Schlamm.
Ihre Decken kosten im Schnitt 95€ und halten ein Jahr, wobei sie drei braucht, je nach Wetter oder falls mal eine Decke nass wird.

Ihre Stallmiete kostet 160€, ihr Futter ca. 75€ pro Monat.

Zum Glück haben wir aber nur selten Tierarztkosten, weil ihr dank der guten Haltung in der Außenstelle des Wilden Wohnheims bei Wilhelm das Asthma kaum Beschwerden macht (außer im Frühling bei Pollenflug.)

Rosi hat bestimmt noch ein paar gute Jahre – und wir würden uns freuen, wenn uns jemand hilft, ihr diese bestmöglich zu gestalten.

Und wer keine dauerhafte Patenschaft übernehmen kann oder möchte, aber trotzdem helfen will, kann Rosi auch ganz bequem per PayPal ein paar Talerchen schicken: